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Elektro-Lkw in Europa: Politischer Rahmen entscheidet über Tempo der Elektrifizierung

Milence analysiert 14 Märkte: Elektro-Lkw werden wirtschaftlicher, doch uneinheitliche Politik bremst die Elektrifizierung des europäischen Straßengüterverkehrs.

Der Umstieg auf Elektro-Lkw im europäischen Straßengüterverkehr gewinnt an Fahrt – doch uneinheitliche politische Rahmenbedingungen bremsen eine gleichmäßige Marktdurchdringung. Das zeigt ein aktuelles Whitepaper des Ladeinfrastrukturanbieters Milence (Pressemitteilung vom 31.03.2026), das 14 europäische Länder analysiert. Das zentrale Ergebnis: Europa hat kein Technologie-, sondern ein Politikproblem. Länder wie die Schweiz, Dänemark und die Niederlande haben die Pilotphase bereits hinter sich gelassen – viele andere Märkte stehen noch am Anfang.

Gesamtbetriebskosten von E-Lkw nähern sich dem Dieselniveau

Laut Milence-TCO-Analyse für Deutschland, die Niederlande und Schweden erreichen E-Lkw in zentralen Anwendungsfällen die Kostenparität mit Diesel oder unterschreiten sie bereits:

  • Niederlande: Kostenvorteile in mehreren Szenarien ab 2026; Förderungen gleichen einen Großteil der Anschaffungskosten aus.
  • Deutschland: Die bis 2031 verlängerte Mautbefreiung schafft einen planbaren Vorteil von rund 0,24 Euro pro Kilometer.
  • Schweden: Niedrige Strompreise begünstigen die Elektrifizierung, ergänzende Betriebsanreize im Fernverkehr fehlen jedoch noch.

Der Energiekostenvorteil liegt je nach Land laut Milence zwischen 0,10 und 0,34 Euro pro Kilometer gegenüber Diesel (Herstellerangabe). Zusätzlich haben schwankende Öl- und Gaspreise die Lkw-Betriebskosten bereits um 9 bis 11 Cent pro Kilometer erhöht – ein weiteres Argument für die Elektrifizierung. Das geplante EU-Emissionshandelssystem ETS II dürfte den Business Case weiter verbessern.

Politischer Rahmen als entscheidender Hebel

Märkte mit kohärentem Maßnahmenmix verzeichnen deutlich stärkere Marktdurchdringung. Entscheidend ist laut Milence das Zusammenspiel aus drei Kernelementen:

  • CO₂-differenzierte Maut: Sofortiger und spürbarer Betriebskostenvorteil für elektrische Lkw.
  • Langfristige Kaufprämien und Finanzierungshilfen: Federn höhere Anschaffungskosten ab, besonders für kleine und mittlere Transportunternehmen.
  • Verlässliche Lkw-geeignete Ladeinfrastruktur entlang der wichtigsten Güterverkehrskorridore.

Hinzu kommen handelbare Erneuerbare-Energien-Zertifikate (RED III), deren Wertigkeit jedoch zwischen den Mitgliedstaaten stark schwankt. Wo der Maßnahmenmix fehlt, hinkt die Entwicklung hinterher – ohne Angleichung drohe eine Verkehrswende mit mehreren Geschwindigkeiten.

Ladeinfrastruktur wächst – aber ungleichmäßig

Entlang wichtiger Güterverkehrskorridore stehen bereits knapp 1.800 Lkw-geeignete Ladepunkte zur Verfügung. Milence – ein Joint Venture von Daimler Truck, Traton Group und Volvo Group – betreibt 33 Ladeparks mit 221 Ladepunkten in acht Ländern und plant im Rahmen der EU-Förderinitiative AFIF mindestens 284 MCS-Schnellladepunkte an 71 Standorten in zehn Mitgliedstaaten.

Der Ausbau verläuft regional jedoch ungleichmäßig. CEO Anja van Niersen: „Jetzt kommt es auf Tempo und Konsequenz in der Politik an – in allen Mitgliedstaaten."

Quelle: Milence – Pressemitteilung vom 31.03.2026