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eTrucker App: Wie ein Spezialist die Ladekosten für Elektro-Lkw im Fernverkehr senken will

Die eTrucker App will Ladekosten für Elektro-Lkw im Fernverkehr senken – mit dynamischer Routenplanung und bilateralen Ladevereinbarungen ohne Zwischenhändler.

Mit einer eigens entwickelten App und einem Modell für bilaterale Ladevereinbarungen will das Unternehmen eTrucker die Wirtschaftlichkeit von Elektro-Lkw im Fernverkehr verbessern. Im Mittelpunkt steht eine spezialisierte Lösung für Lkw-Fahrer, die klassische Pkw-Lade-Apps nicht bieten können – von der dynamischen Routenplanung bis zur gezielten Kostenkontrolle beim Laden.

Der Ausgangspunkt war ein konkretes Datenproblem: In der Anfangsphase des elektrischen Güterverkehrs fehlten strukturierte Informationen darüber, welche Schnellladestationen tatsächlich für Lkw geeignet sind. eTrucker reagierte darauf mit dem Aufbau einer eigenen Datenbank, in der relevante Ladestationen in Europa bewertet wurden. Aus dieser Datenbasis entstand die eTrucker App.

Dynamische Routenplanung statt starrer Vorplanung

Ein zentrales Merkmal der App ist die dynamische Routenplanung. Denn im Alltag des Fernverkehrs verändern Staus, belegte oder defekte Ladepunkte sowie gesetzliche Lenkzeiten die ursprüngliche Planung kontinuierlich. Die App reagiert auf diese Variablen in Echtzeit und berechnet die Route unter realistischen Bedingungen neu.

Anders als bei gängigen Anwendungen für Elektroautos stehen bei der eTrucker App spezifische Filterfunktionen für Lkw-Fahrer im Vordergrund. Relevante Fragen sind etwa: Muss das Fahrzeug abgekoppelt werden? Eignet sich der Standort für eine kurze Pause von 45 Minuten – oder für eine neun- beziehungsweise elf-stündige Ruhezeit? Diese Anforderungen unterscheiden sich grundlegend von denen privater Pkw-Nutzer und sind in der App entsprechend abgebildet.

Ladekosten als Knackpunkt für die Wirtschaftlichkeit elektrischer Lkw

Die Kosten beim Laden sind ein zentrales Thema für Flottenbetreiber. Da Elektro-Lkw im Fernverkehr große Energiemengen laden, können ungünstige Tarife die Wirtschaftlichkeit gegenüber dem Diesel schnell gefährden. Laut Angaben von eTrucker kann bereits ein falsch gewählter Tarif bei einem einzelnen Ladevorgang einen erheblichen Kostenunterschied bedeuten.

Um diesem Problem zu begegnen, setzt eTrucker auf ein Modell, das Zwischenhändler konsequent ausschließt: bilaterale Ladevereinbarungen direkt zwischen Spediteur und Ladestationsbetreiber. eTrucker ist dabei nach eigenen Angaben nicht an der Transaktion beteiligt und verdient nicht an der abgerufenen Kilowattstunde. Das Ziel ist es, durch den Wegfall von Vermittlerstufen bessere Preise für Flottenbetreiber zu ermöglichen.

eTrucker Manager: Monetarisierung über die Disponenten-Ebene

Die App selbst sowie der eTrucker-Chip für Fahrzeuge über 12 Tonnen sind kostenlos. Das Geschäftsmodell basiert auf dem eTrucker Manager, einer Desktop-Lösung für Disponenten. Über diese Plattform lassen sich Routen planen, Fuhrparks verwalten, Ladevereinbarungen überblicken und Berichte erstellen.

Abgerechnet wird der eTrucker Manager über eine monatliche Grundgebühr – unabhängig davon, wie intensiv die Lösung genutzt wird. Dieses Modell soll Spediteuren Planungssicherheit geben und die Umstellung auf elektrische Lkw administrativ erleichtern.

eTrucker positioniert sich damit nicht als weiterer Kostenfaktor in der Ladeinfrastruktur, sondern als Werkzeug zur Kostentransparenz in einem Markt, der sich strukturell noch in der Aufbauphase befindet. Ob das Modell den erhofften Beitrag zur Verbreitung von E-Lkw im Fernverkehr leisten kann, wird sich mit dem weiteren Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw entlang europäischer Korridore zeigen.