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EU-Kommission genehmigt 1,6 Milliarden Euro für Lkw-Schnellladeinfrastruktur an deutschen Autobahnen

Die EU-Kommission genehmigt 1,6 Mrd. Euro für Lkw-Schnellladeinfrastruktur an deutschen Autobahnen – erster Schritt zum flächendeckenden Netz für E-Lkw.

Die EU-Kommission hat grünes Licht für staatliche Beihilfen zum Aufbau einer Lkw-Schnellladeinfrastruktur entlang der deutschen Bundesautobahnen gegeben. Mit einem genehmigten Fördervolumen von bis zu 1,6 Milliarden Euro kann das Bundesministerium für Verkehr nun den ersten konkreten Schritt hin zu einem flächendeckenden Schnellladenetz für batterieelektrische Lkw einleiten. Die Entscheidung gilt als Meilenstein für die Elektromobilität im Schwerlastverkehr in Deutschland.

Der Aufbau wird vom Bundesministerium für Verkehr gemeinsam mit der Autobahn GmbH des Bundes und der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur unter dem Dach der NOW GmbH umgesetzt. Der Fokus liegt zunächst auf unbewirtschafteten Rastanlagen entlang der Bundesautobahnen. An bewirtschafteten Rastanlagen sind Lademöglichkeiten für schwere Nutzfahrzeuge ebenfalls geplant, jedoch in einem späteren Schritt.

725 CCS- und 685 MCS-Ladepunkte für den E-Lkw an der Autobahn

An insgesamt 124 unbewirtschafteten Rastanlagen sollen laut Angaben des Bundesministeriums bis zu 725 CCS-Ladepunkte und bis zu 685 MCS-Ladepunkte errichtet werden – beide Standards sind auf die Anforderungen des schweren Nutzfahrzeugverkehrs ausgelegt. CCS steht für Combined Charging System und ist derzeit der verbreitetste Standard, während MCS (Megawatt Charging System) für deutlich höhere Ladeleistungen konzipiert ist, wie sie für Elektro-Lkw im Fernverkehr benötigt werden.

Das Vergabeverfahren für die unbewirtschafteten Standorte wurde bereits im September 2024 gestartet. Vorgesehen sind drei Ladeoptionen: Ad-hoc-Laden ohne Vertrag, vertragsbasiertes Laden über Elektromobilitätsdienstleister sowie vertragsbasiertes Laden per Durchleitung. Diese Struktur soll Wettbewerb unter Anbietern fördern und überhöhten Ladepreisen entgegenwirken.

Nur 64 öffentliche Lkw-Ladestandorte in Deutschland – Ausbau ist dringend

Der Handlungsbedarf ist erheblich: Nach Daten der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur gibt es in Deutschland derzeit lediglich 64 öffentlich zugängliche Lkw-Ladestandorte. Für den Transport- und Logistiksektor ist die fehlende Flächendeckung eines der zentralen Hindernisse bei der Anschaffung von Elektro-Lkw. Ohne ein zuverlässiges, leistungsfähiges Ladenetz insbesondere an Autobahnen bleibt der E-Lkw für viele Flottenbetreiber wirtschaftlich unattraktiv.

Die genehmigte Fördermaßnahme dient zugleich der Erfüllung europäischer Ausbauziele. Sie ist eingebettet in die AFIR-Verordnung der EU sowie die Clean Transport Corridor Initiative, die einen europaweiten batterieelektrischen Straßengüterverkehr auf den TEN-V-Korridoren bis 2030 anstrebt. Deutschland nimmt damit eine Schlüsselrolle in der europäischen Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge ein.

Planungssicherheit für den Hochlauf der Elektromobilität im Schwerlastverkehr

Mit der EU-Genehmigung entsteht nach Darstellung des Bundesministeriums die notwendige Planungssicherheit für Industrie und Betreiber. Der Aufbau an unbewirtschafteten Rastanlagen markiert den ersten Umsetzungsschritt eines bundesweiten Lkw-Schnellladenetzes – eines Netzes, das langfristig auch bewirtschaftete Rastanlagen einschließen soll.

Für Hersteller von Elektro-Lkw wie MAN, Scania, Volvo oder Mercedes mit seinem eActros ist eine funktionierende öffentliche Ladeinfrastruktur an Autobahnen eine Grundvoraussetzung für steigende Absatzzahlen im Fernverkehrssegment. Die Elektro-Lkw-Ladestation wird damit vom Engpassfaktor zum strategischen Infrastrukturprojekt mit europäischer Dimension.