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EU-Kommission genehmigt 1,6 Milliarden Euro für Elektro-Lkw-Ladeinfrastruktur an Autobahnen

Die EU-Kommission genehmigt 1,6 Mrd. Euro für Elektro-Lkw-Ladeinfrastruktur an 124 Autobahn-Rastanlagen – mit bis zu 1.410 Ladepunkten für schwere E-Lkw.

Die EU-Kommission hat staatliche Beihilfe für den Aufbau einer Schnellladeinfrastruktur für Elektro-Lkw an unbewirtschafteten Rastanlagen entlang der Bundesautobahnen genehmigt. Das Fördervolumen beträgt bis zu 1,6 Milliarden Euro. Damit schafft die EU die rechtliche Grundlage für ein Projekt, das das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gemeinsam mit der Autobahn GmbH des Bundes und der NOW GmbH umsetzt.

Konkret ist der Aufbau von bis zu 725 CCS-Ladepunkten und bis zu 685 MCS-Ladepunkten an insgesamt 124 unbewirtschafteten Rastanlagen geplant. Beide Ladestandards sind auf die Anforderungen schwerer Nutzfahrzeuge ausgelegt. Das Vergabeverfahren für den Aufbau wurde nach Angaben des BMV bereits im September 2024 gestartet.

Erster Schritt zum bundesweiten E-Lkw-Ladenetz

Das Vorhaben gilt als erster wesentlicher Schritt hin zu einem flächendeckenden Schnellladenetz für schwere elektrische Lkw in Deutschland. Derzeit ist die öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge noch dünn gesät. Der Ausbau an unbewirtschafteten Rastanlagen soll Planungssicherheit für Speditionen und Logistikunternehmen schaffen und den Markthochlauf von E-Lkw beschleunigen.

Der Fokus liegt zunächst auf Standorten, für die der Bund unmittelbar verantwortlich ist. Ein späterer Ausbau an bewirtschafteten Rastanlagen ist dem BMV zufolge ebenfalls vorgesehen, steht aber noch aus. Die Ladeinfrastruktur an den Autobahnen soll auch dazu beitragen, europäische Ausbauziele im Rahmen der AFIR-Verordnung zu erfüllen.

Drei Ladeoptionen sollen Wettbewerb sichern

Um überhöhten Ladepreisen entgegenzuwirken und den Wettbewerb zu fördern, sieht das Konzept drei verschiedene Ladeoptionen vor: Ad-hoc-Laden ohne Vertrag, vertragsbasiertes Laden über Elektromobilitätsdienstleister (EMP) sowie vertragsbasiertes Laden per Durchleitung. Diese Struktur soll sicherstellen, dass Fahrer und Flottenbetreiber beim Laden an der Autobahn nicht auf einen einzigen Anbieter angewiesen sind.

Die technische Umsetzung der Netzanschlüsse erfordert laut Autobahn GmbH die Zusammenarbeit mit mehr als 90 Verteilnetzbetreibern – ein logistisch anspruchsvolles Unterfangen, das parallel zur eigentlichen Errichtung der Ladepunkte koordiniert werden muss.

Elektro-Lkw an der Autobahn: Infrastruktur als Schlüssel

Für den Transport- und Logistiksektor ist die Ladeinfrastruktur an der Autobahn ein zentrales Argument bei der Kaufentscheidung für einen E-Lkw. Reichweite und Ladezeit sind bei batterieelektrischen Lkw entscheidende Faktoren – ohne verlässliche öffentliche Ladepunkte bleibt der Einsatz auf längeren Routen für viele Unternehmen unwirtschaftlich. Das jetzt genehmigte Förderprogramm adressiert genau diesen Engpass.

Die genehmigte Unterstützung durch die EU-Kommission steht zudem im Kontext der Clean Transport Corridor Initiative, die einen europaweiten batterieelektrischen Straßengüterverkehr auf den TEN-V-Korridoren bis 2030 zum Ziel hat. Deutschland positioniert sich mit dem Programm als einer der treibenden Märkte für den elektrischen Schwerlastverkehr in Europa.