Mercedes-Benz Trucks hat Anfang Dezember im Werk Wörth die Serienfertigung des eActros 400 der zweiten Generation aufgenommen. Der neue Elektro-Lkw ergänzt den bereits seit Ende 2024 produzierten eActros 600 und bildet gemeinsam mit diesem die Grundlage für eine breitere Palette elektrischer Schwerlastfahrzeuge, die das Unternehmen ab Ende 2025 einführt.
Der Schritt ist Teil einer gezielten Portfolioerweiterung, mit der Mercedes-Benz Trucks nach eigenen Angaben mehr Logistikanforderungen im schweren Fern- und Verteilerverkehr elektrisch abdecken will. Beide Modelle teilen dieselbe technologische Plattform, unterscheiden sich aber deutlich in Batteriekapazität, Reichweite und Nutzlast.
Technische Daten: eActros 400 mit mehr Nutzlast, eActros 600 mit mehr Reichweite
Der eActros 400 verfügt über zwei Batteriepakete mit einer installierten Gesamtkapazität von 414 kWh. Im schweren Verteilerverkehr erreicht ein teilbeladener eActros 400 laut Unternehmensangaben unter bestimmten Bedingungen – darunter 20 Grad Celsius Umgebungstemperatur – eine Reichweite von bis zu rund 480 Kilometern ohne Zwischenladen. Die Ladeleistung beträgt bis zu 400 kW; ein Ladevorgang von zehn auf achtzig Prozent dauert bei zwei Batteriepaketen etwa 46 Minuten.
Ein wesentlicher Vorteil des eActros 400 gegenüber dem eActros 600 liegt im Fahrzeuggewicht: Durch den Verzicht auf das dritte Batteriepaket bietet er mehr als drei Tonnen zusätzliche Zuladung und erreicht damit ein Nutzlastniveau vergleichbar mit konventionellen Diesel-Lkw. Der eActros 600 hingegen kommt mit drei Batteriepaketen auf eine Gesamtkapazität von 621 kWh und eine Reichweite von 500 Kilometern – je nach Einsatzbedingungen auch darüber hinaus.
Produktion in Wörth: E-Lkw und Diesel-Lkw auf einer Linie
Die neuen Elektro-Lkw werden auf der bestehenden Montagelinie der Wörther A-Baureihen gefertigt – parallel und flexibel neben Modellen mit Dieselantrieb. Dieses Produktionskonzept ermöglicht es dem Werk, die Fertigung kurzfristig an die jeweilige Marktnachfrage anzupassen, wie das Unternehmen mitteilt.
Im Unterschied zur ersten Generation, bei der die Elektrifizierung in einem separaten Bereich des Werks stattfand, ist die Montage der neuen Modelle vollständig in den regulären Serienprozess integriert – vom Rahmenbau bis zur Endabnahme. Wesentliche Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs, darunter die E-Achse, Getriebekomponenten und die sogenannte Frontbox, liefern andere Daimler Truck Werke aus Mannheim, Kassel und Gaggenau.
Marktposition: Mercedes-Benz Trucks führend bei schweren Elektro-Lkw in Europa
Bei schweren Elektro-Lkw in Europa hat Mercedes-Benz Trucks nach eigenen Angaben im dritten Quartal einen Marktanteil von knapp 50 Prozent erreicht – bereits das zweite Quartal in Folge als Marktführer in diesem Segment. Mit der nun angelaufenen Portfolioerweiterung will das Unternehmen diese Position weiter ausbauen.
Kunden können den eActros künftig sowohl als eActros 400 mit zwei als auch als eActros 600 mit drei Batteriepaketen bestellen – jeweils wahlweise als Sattelzugmaschine oder Pritschenfahrgestell. Zusätzlich soll die Wahl zwischen zwei verschiedenen Fahrerhäusern möglich sein, um unterschiedliche Anforderungen an Einsatzzweck, Reichweite und Nutzlast abzudecken. Der eActros 600 wird seit Dezember 2024 ausgeliefert und ist inzwischen in mehr als 15 europäischen Ländern im Einsatz.