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Elektro-Lkw auf 2000 Kilometern: Neuer Logistik-Korridor zwischen Marokko und Frankreich

Gotion, GPM und Chery starten einen Elektro-Lkw-Korridor zwischen Agadir und Perpignan – 2000 km, 100 E-Lkw und Batteriewechselstationen im Fokus.

Drei Unternehmen haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Güterverkehr zwischen Südmarokko und Südfrankreich grundlegend verändern soll: Gotion, Green Power Morocco (GPM) und Chery Heavy Trucks wollen gemeinsam einen Logistik-Korridor für Elektro-Lkw aufbauen. Die rund 2000 Kilometer lange Strecke verbindet Agadir über den Hafen von Tanger mit Perpignan und soll schrittweise dekarbonisiert werden.

Den Auftakt bildet der Einsatz von 100 schweren elektrischen Lkw, ausgestattet mit Batteriesystemen von Gotion. Der chinesische Batteriespezialist, an dem auch Volkswagen beteiligt ist und der ein Werk in Marokko betreibt, gründet gemeinsam mit GPM ein Joint-Venture. Dieses soll Elektroflotten, Batteriewechselstationen und Energiespeicher entlang der Route verwalten.

Batteriewechsel statt langer Ladezeiten: Effizienz für schwere Elektro-Lkw

Ein zentrales technisches Element des Projekts ist die Entwicklung von Batteriewechsellösungen. Damit sollen Ausfallzeiten minimiert und die Betriebseffizienz der schweren Lastkraftwagen verbessert werden. Ergänzt wird dies durch Arbeiten zur Batteriestandarisierung und zum Lebenszyklusmanagement – Voraussetzungen für einen zuverlässigen Dauerbetrieb auf einer internationalen Handelsroute.

Der Ansatz unterscheidet sich bewusst vom klassischen Laden an festen Elektro-Lkw-Ladestationen: Statt auf lange Standzeiten zu setzen, sollen entladene Batterieeinheiten schnell gegen geladene getauscht werden. Chery Heavy Trucks bringt dabei seine Kompetenz in der Nutzfahrzeugentwicklung und -fertigung ein, während Gotion die Batterietechnologie liefert.

Elektrifizierung, Infrastruktur und digitale Logistik kombiniert

Das Projekt verknüpft drei Bereiche: die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte, den Aufbau einer Energieinfrastruktur entlang der Strecke sowie digitale Logistiklösungen. Laut Unternehmensangaben soll so ein skalierbares Modell entstehen, das Frachtemissionen auf einer der wichtigen kontinentübergreifenden Transportrouten zwischen Afrika und Europa reduziert.

Phil Jenkins, Geschäftsführer der GPM Holding, betont laut Mitteilung das langfristige Potenzial des marokkanischen Logistiksektors. Li Zhen, Vorsitzender von Gotion High-Tech, sieht in der Kooperation einen Schritt zur Erweiterung der Anwendungsfelder für Gotion-Batterietechnologien in der Praxis.

Schrittweiser Ausbau ohne feste Emissionsziele

Der weitere Ausbau der Elektroflotte über die anfänglichen 100 Fahrzeuge hinaus hängt nach Unternehmensangaben von der tatsächlichen Leistung und dem Fortschritt beim Infrastrukturaufbau ab. Konkrete Angaben zur Kohlenstoffneutralität werden derzeit bewusst nicht gemacht – zukünftige Aussagen zur Umweltleistung sollen auf verifizierten Daten und Zertifizierungen basieren.

Das Projekt versteht sich damit als lernender Prozess: Durch den schrittweisen Betrieb elektrischer Lastwagen auf der realen Strecke sollen belastbare Erfahrungen gesammelt werden, bevor weitergehende Versprechen gemacht werden. Für die Logistikbranche könnte das Vorhaben als Blaupause für emissionsärmere Langstreckenkorridore dienen – auch über diese Route hinaus.