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Daimler Truck baut Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw aus: TruckCharge startet halböffentliches Ladenetzwerk

Daimler Truck startet mit TruckCharge ein halböffentliches Ladenetzwerk für Elektro-Lkw. Rollout in Deutschland und Österreich ab Q1 2026 – 3.000 Ladepunkte bis 2030.

Daimler Truck treibt den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw mit einem neuen Ansatz voran: Unter der Marke TruckCharge startet der Nutzfahrzeughersteller ein halböffentliches Ladenetzwerk, das Depotladepunkte von Speditionen und Transportununternehmen für externe Nutzer zugänglich macht. Der offizielle Rollout ist für das erste Quartal 2026 in Deutschland und Österreich geplant. Erste Pilotkunden sind bereits aktiv.

Das Konzept trägt den Namen „Semi-Public Charging": Unternehmen öffnen ihre eigenen Ladepunkte an Betriebsstandorten dann für Dritte, wenn sie diese selbst nicht benötigen. Damit entstehen laut Unternehmensangaben zwei Effekte gleichzeitig – Betreiber erzielen zusätzliche Einnahmen aus bestehender Infrastruktur, und das verfügbare Ladenetz für E-Lkw wächst flächendeckend, ohne dass neue Standorte von Grund auf neu erschlossen werden müssen.

Elektro-Lkw-Ladestation als geteilte Ressource: So funktioniert das Modell

Die technische und operative Umsetzung übernimmt der Technologiepartner Spirii, ein internationaler E-Mobilitätsdienstleister mit Sitz in Kopenhagen, der in mehr als 22 europäischen Märkten tätig ist und zur Edenred-Gruppe gehört. Spirii stellt eine modulare E-Mobility-Plattform bereit, die ein Charge Point Management System für Depotbetreiber, eine eMobility-Service-Provider-Lösung für Flotten sowie eine Lade-App für Fahrer umfasst. Betreiber behalten dabei die volle Kontrolle über Zugang und Preisgestaltung ihrer Ladepunkte.

Über die Plattform können Nutzer Ladepunkte suchen, buchen, reservieren und bezahlen. Das System unterstützt außerdem die Einbindung von Drittanbietern über Roaming-Funktionen. Daimler Truck positioniert sich dabei als Initiator und Koordinator, der die relevanten Akteure zusammenbringt und den Zugang zur europaweiten Plattform ermöglicht.

3.000 Schnellladepunkte bis 2030 – Ergänzung zur Autobahn-Infrastruktur

Bis zum Jahr 2030 soll das TruckCharge-Netzwerk nach Unternehmensangaben mehr als 3.000 Schnellladepunkte in Europa umfassen. Das halböffentliche Angebot versteht sich dabei ausdrücklich als Ergänzung zum öffentlichen Ladenetz – etwa dem von Milence, dem 2022 gegründeten Joint Venture von Daimler Truck, der Traton Group und der Volvo Group, das seinen Schwerpunkt auf Ladestationen entlang von Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen legt.

Die Kombination beider Ansätze soll Lücken in der Versorgung schließen, die für die breite Elektrifizierung des Transportsektors bislang ein zentrales Hindernis darstellen. Schwere elektrische Lkw benötigen leistungsstarke Lademöglichkeiten, die weder im öffentlichen Straßennetz noch entlang von Autobahnen bisher flächendeckend verfügbar sind.

Rollout in Europa – weitere Märkte folgen 2026

Nach dem Start in Deutschland und Österreich im ersten Quartal 2026 ist die Ausweitung auf weitere europäische Märkte im Laufe des Jahres vorgesehen. Daimler Truck betont, dass das Modell den Einstieg in die Elektromobilität für Speditionen vereinfachen und die Kosten für Betreiber senken soll, indem bereits vorhandene Ladeinfrastruktur effizienter ausgelastet wird.

Das TruckCharge-Netzwerk richtet sich an Unternehmen, die eigene Depotladeinfrastruktur betreiben und diese über die Plattform für die Branche öffnen möchten. Damit verbindet das Modell betriebswirtschaftliche Anreize für einzelne Betreiber mit einem strukturellen Beitrag zur Transformation des Güterverkehrs hin zu emissionsfreien Antrieben.