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TCO-Vergleich: E-LKW vs. Diesel (2026)

Lohnt sich ein Elektro-LKW wirtschaftlich? TCO-Vergleich 2026 mit aktuellen Zahlen zu Anschaffung, Energie, Wartung, Maut und Restwert.

Der Kaufpreis eines Elektro-LKW liegt deutlich über dem eines Diesel-Fahrzeugs – das ist Fakt. Wer aber nur auf den Anschaffungspreis schaut, trifft eine falsche Entscheidung. Der Total Cost of Ownership (TCO) zeigt, was ein Fahrzeug über seine gesamte Nutzungsdauer wirklich kostet – und hier holt der E-LKW erheblich auf. Laut ACEA (2024) können die Gesamtkosten pro Kilometer für E-LKW bei konsequentem Depot-Laden bis zu 30 Prozent unter denen eines Diesel-LKW liegen.

Was umfasst der TCO?

Der TCO (Gesamtbetriebskosten) berücksichtigt alle relevanten Kostenpositionen über die Nutzungsdauer:

  • Anschaffungskosten (Kaufpreis, Leasing, Finanzierung)
  • Energiekosten (Strom vs. Diesel)
  • Wartung und Reparatur
  • Steuern und Versicherung
  • Maut
  • Restwert / Abschreibung

Erst dieser Gesamtblick ergibt ein realistisches Bild – und macht den Vergleich zwischen E-LKW und Diesel fair.

Anschaffungskosten

E-LKW liegen beim Kaufpreis aktuell deutlich über vergleichbaren Diesel-Fahrzeugen. Der Mercedes-Benz eActros 600 wird auf rund das 2,5-fache eines vergleichbaren Diesel-Actros geschätzt – bei einem Diesel-Preis ab ca. 100.000 € also grob 250.000 € und mehr (laut ADAC, 2024). Fördermittel gibt es auf Bundesebene seit 2024 nicht mehr; Länderprogramme und die Mautbefreiung können den Aufpreis jedoch teilweise kompensieren.

Bei Leasingmodellen relativiert sich der Unterschied: Einige Hersteller und Leasinggeber bieten TCO-orientierte Modelle an, die Energiekosten und Wartung einschließen.

Energiekosten: Strom schlägt Diesel

Diesel ist pro Kilometer teurer als Strom – besonders bei Eigenstromerzeugung über PV-Anlage. Mercedes-Benz Trucks nennt für einen Diesel-Sattelzug Treibstoffkosten von rund 40 € pro 100 km (bei 26 Liter/100 km und 1,50 €/Liter netto), gegenüber rund 23,80 € elektrisch (Herstellerschätzung für den eActros 600). Das entspricht einer Einsparung von rund 40 Prozent bei den Energiekosten – allerdings abhängig vom tatsächlichen Strompreis und Verbrauchsprofil.

Hinweis: Diese Angabe stammt von Mercedes-Benz Trucks und basiert auf unternehmenseigenen Annahmen. Individuelle Betriebskosten können abweichen – je nach Strombezugspreis, Eigenstromerzeugung und Einsatzprofil.

Bei PV-Eigenversorgung auf dem Betriebshof können laut AMBA Operations die Kilometerkosten für das Laden auf rund 17 Cent/km sinken.

Wartungskosten: Strukturvorteil des Elektromotors

Elektromotoren haben deutlich weniger mechanisch bewegte Teile als Verbrennungsmotoren. Es entfallen: Ölwechsel, Zahnriemen, Kupplung (bei Einzelmotor ohne Getriebe), Abgasanlage. Zudem reduziert Rekuperation den Bremsenverschleiß erheblich.

Branchenübliche Schätzwerte gehen von 30–40 % niedrigeren Wartungskosten für E-LKW gegenüber Diesel aus – diese Angabe ist jedoch stark von Fahrzeugtyp, Einsatz und Infrastruktur abhängig und sollte als Orientierungswert verstanden werden, nicht als gesicherter Praxiswert für jeden Betrieb.

Maut: Befreiung bis 2031

Der aktuell größte Einzelhebel im TCO-Vergleich ist die vollständige Mautbefreiung für emissionsfreie LKW bis 30. Juni 2031 (Viertes Gesetz zur Änderung mautrechtlicher Vorschriften, November 2025). Ein Diesel-LKW Euro 6 zahlt 2026 laut BALM rund 34,8 Cent/km inklusive CO₂-Mautteilsatz. Bei 100.000 km/Jahr sind das ca. 34.800 € – die der E-LKW-Betreiber vollständig einspart.

TCO-Vergleich: Beispielrechnung (orientierend)

KostenpositionDiesel-LKW (Euro 6)E-LKW (eActros 600)
Anschaffungskosten (5 Jahre, Abschreibung p.a.)~20.000 €~50.000 €
Energiekosten (100.000 km/Jahr)~40.000 €~23.800 €
Wartung (geschätzt)~15.000 €~9.000–10.500 €
Maut (100.000 km/Jahr)~34.800 €0 €
Summe/Jahr~109.800 €~83.000–84.000 €
Wichtig: Diese Tabelle dient der Veranschaulichung und beruht auf vereinfachten Annahmen. Restwert, Finanzierungskosten, Versicherung und individuelle Betriebsparameter sind nicht enthalten. Jede Flottenkalkulation sollte mit realen, unternehmensspezifischen Zahlen durchgeführt werden.

Was den TCO kippt: Risiken

  • Hohes Batterie-Leasing-Risiko: Restwerte für E-LKW sind noch wenig etabliert.
  • Ladeinfrastrukturkosten: Netzanschluss und Ladeequipment können 100.000–500.000 € kosten – nicht im Fahrzeug-TCO enthalten, aber real.
  • Ladezeitkosten: Jede Stunde Ladezeit ist eine Stunde weniger operative Nutzung – muss in der Disposition berücksichtigt werden.
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Häufig gestellte Fragen

Ab wann ist ein E-LKW günstiger als ein Diesel?

Bei hoher Jahresleistung (ab ca. 100.000 km), günstigem Eigenstrom und voller Mautbefreiung ist der E-LKW im TCO bereits heute in vielen Szenarien günstiger als Diesel. Der Break-Even hängt stark von Strombezugspreis, Investitionskosten für Infrastruktur und individuellen Routen ab.

Kann sich ein E-LKW ohne Förderung rechnen?

Ja – vor allem durch die Mautbefreiung bis 2031 und niedrigere Energie- und Wartungskosten. Die Mautbefreiung allein macht rund 35 Cent/km aus und ist der dominierende Wirtschaftlichkeitsfaktor.

Was gilt beim Leasing?

Bei Leasing liegt die TCO-Berechnung beim Leasinggeber. Einige Anbieter bieten Verträge inklusive Batterie-Restwertgarantie an – das reduziert das Risiko für den Flottenmanager.

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Quellen