Die THG-Prämie ist eine jährlich wiederkehrende Einnahmequelle für Betreiber reiner Elektro-LKW – ohne Mehraufwand, ohne Kilometernachweis. 2026 erholt sich die Prämienhöhe nach einem Tief in 2024/2025 spürbar: Die gesetzliche THG-Minderungsquote stieg von 10,6 % (2025) auf 12,1 % (2026), was die Nachfrage nach Zertifikaten treibt. Für schwere Nutzfahrzeuge fallen die Prämien deutlich höher aus als für PKW.
Was ist die THG-Prämie?
Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) verpflichtet Inverkehrbringer fossiler Kraftstoffe in Deutschland, den CO₂-Ausstoß ihrer Produkte zu reduzieren. Wer ein reines Batterieelektrofahrzeug (BEV) betreibt, kann die damit verbundenen CO₂-Einsparungen einmal jährlich vom Umweltbundesamt (UBA) zertifizieren lassen und an quotenpflichtige Unternehmen verkaufen. Der Erlös ist die THG-Prämie.
Rechtliche Grundlage ist die 38. Bundesimmissionsschutzverordnung (38. BImSchV). Seit 2022 werden E-Fahrzeuge auf dieser Basis vergütet.
Wer ist berechtigt?
Berechtigt sind Halter rein batterieelektrischer Fahrzeuge mit Straßenzulassung. Hybride und Plug-in-Hybride sind ausdrücklich ausgeschlossen. Für LKW gilt die Berechtigung gemäß Fahrzeugklassen:
| Fahrzeugklasse | Beschreibung |
|---|---|
| N1 | Leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 t (z. B. E-Transporter) |
| N2 | Mittlere Nutzfahrzeuge 3,5–12 t |
| N3 | Schwere Nutzfahrzeuge über 12 t (z. B. E-Sattelzug) |
Wie hoch ist die THG-Prämie für Elektro-LKW 2026?
Elektro-Nutzfahrzeuge erhalten deutlich höhere Prämien als PKW, da das UBA für sie einen höheren jährlichen Energieverbrauch (und damit eine höhere CO₂-Einsparung) ansetzt als für Elektro-PKW (2.000 kWh/Jahr). Je schwerer das Fahrzeug und je höher die Einsatzleistung, desto höher der Berechnungswert und damit die Prämie.
Konkrete Prämienhöhen für Elektro-Nutzfahrzeuge 2026 variieren je nach Anbieter und Vermarktungszeitpunkt stark. Für PKW (M1) werden 2026 laut AUTO BILD, April 2026 Garantieprämien von bis zu 330 € angeboten – schwere E-LKW liegen in der Regel deutlich darüber.
Hinweis: Genaue Prämienhöhen für schwere Nutzfahrzeuge (N3) sollten direkt beim jeweiligen THG-Quotendienstleister angefragt werden, da sie nicht öffentlich standardisiert ausgewiesen werden.
Preisentwicklung 2022–2026
Die THG-Prämie hat starke Schwankungen erlebt: Nach dem Start 2022 mit hohen Prämien sanken die Werte bis Ende 2024 auf 50–100 € für PKW. Seit Ende 2025 ist eine Erholung zu beobachten. Treiber für 2026: Die Quotenverpflichtung steigt (12,1 %), gleichzeitig sind Übertragungen alter Zertifikate aus Vorjahren eingeschränkt (§ 4a der 38. BImSchV – nur Zertifikate des laufenden Jahres anrechenbar). Bis 2030 soll die THG-Quote auf 25,1 % steigen, bis 2040 auf bis zu 59 % (Zoll.de, laut AUTO BILD, Februar 2026).
Wie funktioniert die Abwicklung?
- Anbieter auswählen: THG-Quotendienstleister bündeln Zertifikate und vermarkten sie. Vergleiche lohnen sich – Preismodelle unterscheiden sich (Fixprämie, variable Prämie, Express-Auszahlung).
- Fahrzeugschein hochladen: Vorderseite der Zulassungsbescheinigung Teil I als Nachweis einreichen.
- UBA-Zertifizierung abwarten: Das UBA prüft und zertifiziert die CO₂-Einsparung – Bearbeitungszeit aktuell rund 5–9 Monate.
- Auszahlung: Nach Verkauf der Zertifikate überweist der Dienstleister die Prämie auf das Geschäftskonto.
Antragsfrist 2026: Spätestens 31. Oktober 2026 beim Dienstleister einreichen – die Frist des UBA für die Beantragung liegt bei 15. November.
Flottenvorteil: Mehrere Fahrzeuge, mehrere Prämien
Für jeden E-LKW im Fuhrpark kann die THG-Prämie separat beantragt werden. Für Flottenbetreiber mit 10–50 Elektro-LKW summiert sich das zu einem spürbaren jährlichen Ertrag – ohne Fahrleistungsnachweis, ohne Mehraufwand. Einige Dienstleister bieten Flottenmanagement-Tools für die gebündelte Abwicklung.
---Häufig gestellte Fragen
Muss ich für die THG-Prämie eine bestimmte Kilometerleistung nachweisen?
Nein. Die Prämie wird pauschal pro Fahrzeug und Zulassungsjahr gewährt – unabhängig von der tatsächlichen Fahrleistung. Selbst wenn das Fahrzeug erst im Dezember zugelassen wird, gilt der volle Jahresanspruch.
Gibt es die THG-Prämie auch für Leasing-Fahrzeuge?
Ja – sofern das Unternehmen als Halter im Fahrzeugschein eingetragen ist. Bei Full-Service-Leasing, bei dem der Leasinggeber als Halter eingetragen ist, liegt die Berechtigung beim Leasinggeber. Im Vorfeld klären.
Wie hoch ist die THG-Prämie für einen schweren E-LKW konkret?
Da das UBA die Berechnungswerte für Nutzfahrzeuge deutlich höher ansetzt als für PKW, liegen die Prämien für schwere E-LKW (N3) in der Regel erheblich über den PKW-Sätzen. Genaue Beträge 2026 sind anbieterabhängig – direkte Anfrage beim THG-Dienstleister empfohlen.
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