Elektro-LKW: Helsinki schreibt E-Transporter vor

Helsinki schreibt Elektro-LKW und E-Transporter für den städtischen Fuhrpark vor. Was die neuen Umweltkriterien 2026–2030 konkret bedeuten.

Helsinki verschärft die Umweltkriterien für seinen städtischen Fuhrpark: Die finnische Hauptstadt schreibt ab sofort vor, neue Transporter und Kleinbusse grundsätzlich als reine Elektrofahrzeuge zu beschaffen. Die aktualisierten Kriterien gelten für den Zeitraum 2026 bis 2030 und gehen damit über die Anforderungen des finnischen Gesetzes über saubere Fahrzeuge hinaus.

Bislang legte Helsinki lediglich CO2-Grenzwerte fest oder berücksichtigte den Ausstoß bei der Angebotsbewertung. Neu ist, dass die Stadt die Antriebsart nun direkt vorschreibt – sowohl für eigene Fahrzeuge als auch für beauftragte Transportdienstleistungen. Die Regelungen sollen zudem die Ziele des finnischen Green Deals für emissionsfreie Baustellen unterstützen.

Elektro-LKW und E-Transporter: Was die neuen Regeln konkret bedeuten

Für den eigenen Fuhrpark gilt: Ein Marktdialog klärt vorab, ob ein geeignetes elektrisches Modell verfügbar ist. Gibt es für den jeweiligen Einsatzzweck kein passendes Elektrofahrzeug, ist ein Verbrenner nur dann zulässig, wenn er mit Biogas oder HVO betrieben wird. Helsinki plant, jährlich rund 92 Transporter und Kleinbusse per Leasing zu beschaffen – bei geschätzten Gesamtkosten von rund 3,6 Millionen Euro pro Jahr. Die Preisdifferenz zwischen einem elektrischen und einem konventionellen Transporter beziffert die Stadt auf durchschnittlich 11.000 Euro pro Fahrzeug.

Auch bei beauftragten Verkehrsdienstleistungen zieht Helsinki die Anforderungen an. Für Taxidienste schreibt die Stadt künftig reine Elektroautos vor – spätestens ab 2028 muss der Betrieb vollständig elektrisch erfolgen. Bei Gütertransporten mit Transportern und Personenbeförderungen mit Kleinbussen müssen mindestens 50 Prozent der eingesetzten Fahrzeuge elektrisch sein, und mit diesen Fahrzeugen muss mindestens die Hälfte der gesamten Fahrleistung erbracht werden. Die verbleibenden Fahrzeuge müssen mit Biogas oder HVO betrieben werden.

Schwere Nutzfahrzeuge: Elektro, Wasserstoff oder Biogas

Bei schweren Nutzfahrzeugen wie Lkw und Bussen verweist Helsinki auf hohe Anschaffungskosten und eine noch lückenhafte Ladeinfrastruktur. Dennoch soll die Stadt künftig vorrangig prüfen, ob batterie-elektrische Fahrzeuge, Wasserstoffmodelle oder überwiegend mit Biogas betriebene Fahrzeuge verfügbar sind. Konventioneller Diesel ist für beauftragte Lkw- und Busverkehre nicht mehr zulässig; HVO gilt dabei ausdrücklich nur als Übergangslösung.

Neu eingeführt wird außerdem ein verpflichtender Vergleich der Lebenszykluskosten, der Kaufpreis, Energiekosten, Restwert und Wartungsaufwand einschließt. Das rechnerisch günstigste Ergebnis entscheidet dabei nicht automatisch über die Antriebswahl: Laut den Kriterien kann sich Helsinki auch dann für ein Elektrofahrzeug entscheiden, wenn dieses über den Lebenszyklus als teuerste Option eingeschätzt wird.

Geltungsbereich und Ausblick

Verbindlich sind die Kriterien für die Stadtkanzlei, alle Fachbereiche sowie die städtischen Betriebe Stara und Palvelukeskus Helsinki. Den städtischen Gesellschaften wird empfohlen, die Vorgaben ebenfalls anzuwenden. Abweichungen sind nur aus Gründen der Krisenvorsorge möglich. Der städtische Fuhrpark umfasst insgesamt rund 1.300 Pkw, Transporter, Lkw und Busse. Eine Überprüfung der Kriterien ist für das Jahr 2030 vorgesehen.