Die Schweizer Hugelshofer-Gruppe erweitert ihre Flotte elektrischer Lkw um zwei neue Modelle: den SuperPanther eTopas 600 und den Sany e263. Mit den Fahrzeugen Nummer 86 und 87 ihrer E-Flotte verfolgt das Logistikunternehmen ein klares Ziel – einen systematischen Praxistest unter realen Bedingungen des Schwerlastverkehrs.
Der SuperPanther eTopas 600 wird im Werk von Steyr Automotive in Österreich endmontiert, wobei die elektrische Antriebsplattform, Software und Hochvoltelektronik aus China stammen. Der Sany e263 wird vollständig im chinesischen Changsha gefertigt und ist laut Unternehmensangaben das erste Fahrzeug dieser Marke überhaupt in der Schweiz. Beide Modelle treten ihren Dienst in einem Unternehmen an, das seit 2020 vollelektrische Lkw einsetzt und 2024 den größten E-Lkw-Schnellladepark der Schweiz in Frauenfeld eröffnet hat.
E-Lkw im Alltag: Reichweite, Effizienz und Gesamtkosten im Fokus
Die beiden neuen Fahrzeuge dienen Hugelshofer ausdrücklich als Versuchsobjekte. Im täglichen Betrieb werden sie anhand klar definierter Kriterien bewertet: Reichweite, Energieverbrauch, Zuverlässigkeit, Bedienerfreundlichkeit, Servicequalität sowie die gesamten Betriebskosten über die Fahrzeuglebensdauer. Das Unternehmen bringt dabei bereits umfangreiche Erfahrungswerte aus dem elektrischen Schwerverkehr mit.
Besonderheit des Tests ist die bewusste Öffnung gegenüber Herstellern außerhalb Europas. Bislang hatte Hugelshofer vorwiegend mit E-Lkw europäischer Produzenten gearbeitet. Mit SuperPanther und Sany erweitere man nun den technologischen Horizont, wie das Unternehmen mitteilt. Entscheidend sei dabei nicht der Produktionsstandort, sondern die Leistungsfähigkeit im anspruchsvollen Transportalltag.
Chinesische Hersteller im Schwerlastverkehr: Wettbewerb als Innovationstreiber
Den wachsenden Marktanteil chinesischer Anbieter im Segment der elektrischen Lkw bewertet Hugelshofer positiv. Wettbewerb fördere Innovationen, schaffe neue technische Möglichkeiten und könne langfristig auch die Wirtschaftlichkeit der Elektromobilität verbessern, so die Einschätzung des Unternehmens. Eine Präferenz für bestimmte Hersteller oder Herkunftsländer lehnt Hugelshofer explizit ab.
Dieser Ansatz spiegelt eine pragmatische Beschaffungsstrategie wider, die auf Technologieoffenheit setzt. Angesichts eines Marktes, auf dem neben etablierten europäischen Marken wie Mercedes, MAN, Scania oder Volvo zunehmend auch asiatische Anbieter mit vollelektrischen Lösungen für den Schwerlastverkehr auftreten, sammelt Hugelshofer gezielt Erfahrungen mit verschiedenen Plattformen und Antriebskonzepten.
Ziel: vollständig elektrifizierte Flotte bis 2035
Die Aufnahme der beiden neuen Elektro-Lkw ist Teil einer langfristigen Unternehmensstrategie. Bis 2035 plant Hugelshofer, seine gesamte Fahrzeugflotte auf elektrischen Antrieb umzustellen. Die schrittweise Erweiterung der E-Flotte, kombiniert mit dem Aufbau eigener Ladeinfrastruktur, bildet dabei die operative Grundlage für dieses Ziel.
Die Ergebnisse des laufenden Praxistests mit SuperPanther und Sany dürften künftige Beschaffungsentscheidungen des Unternehmens maßgeblich beeinflussen – und möglicherweise auch für andere Logistikunternehmen relevante Daten zu Reichweite und Gesamtkosten im elektrischen Schwerlastverkehr liefern.