Elektro-Lkw laden bei E.ON: eTrucker-Chip ohne Roaming

E.ON Drive Infrastructure und die eTrucker-App kooperieren: Elektro-Lkw laden künftig per Chip – mit Direktpreisen pro kWh und ohne Roaming-Gebühren.

E.ON Drive Infrastructure und die eTrucker-App haben eine Kooperation vereinbart, die das Laden von Elektro-Lkw an E.ON-Ladestationen vereinfacht. Speditionen, die den sogenannten eTrucker-Chip nutzen, können sich künftig direkt an den Ladesäulen des Energieunternehmens authentifizieren – mit transparenten Kilowattstundenpreisen und ohne zusätzliche Roaming-Gebühren. Das gaben beide Partner bekannt.

Der eTrucker-Chip ist ein Zusatzservice der eTrucker-App, die Tobias Wagner und sein Team als Ladenavigations-App für Elektro-Lkw entwickelt haben. Das Konzept dahinter: Speditionen hinterlegen den Chip bei verschiedenen Ladesäulenbetreibern und können so Ladefreigaben zentral organisieren. Fahrer benötigen dann nur noch den Chip, um einen Ladevorgang zu starten. In der App lässt sich per Filter einstellen, dass ausschließlich Standorte angezeigt werden, an denen der hinterlegte Chip funktioniert.

E.ON bündelt bilaterale Ladeverträge für günstige Direktpreise

E.ON Drive Infrastructure unterstützt diesen Ansatz, indem das Unternehmen bilaterale Ladeverträge bündelt. Dadurch entstehen laut den Verantwortlichen günstige Direktpreise, die ohne Roaming-Aufschläge auskommen. Die monatliche Abrechnung erfolgt weiterhin direkt an das jeweilige Speditionsunternehmen – ein Punkt, der die Kostenverwaltung für Fuhrparkmanager vereinfachen soll.

Für die Planung von Routen und Budgets ist Kostentransparenz an der Elektro-Lkw-Ladestation ein zentraler Faktor. Schwankende oder versteckte Roaming-Gebühren machen eine verlässliche Kalkulation schwierig. Das neue System soll dieses Problem an E.ON-Standorten beheben.

18 Lkw-Ladestandorte in sechs europäischen Ländern

E.ON Drive Infrastructure betreibt nach eigenen Angaben derzeit 18 Lkw-Ladestandorte in Deutschland, Schweden, Dänemark, Österreich, Tschechien und Ungarn. Die Standorte bieten Ladeleistungen von bis zu 400 kW. Für schwere Elektro-Lkw, die auf langen Routen hohe Energiemengen benötigen, ist eine verlässliche Hochleistungs-Ladeinfrastruktur entlang der Strecke ein entscheidender Faktor.

Die eTrucker-App ermöglicht es Fahrern, die Routenplanung direkt mit der Verfügbarkeit kompatibler Ladepunkte zu verknüpfen. Nur Standorte, an denen der hinterlegte Chip akzeptiert wird, erscheinen in der gefilterten Ansicht. Das reduziert Unsicherheiten während der Fahrt und erleichtert die operative Planung im Speditionsbetrieb.

Wachsendes Netzwerk rund um den eTrucker-Chip

E.ON Drive Infrastructure ist nicht der einzige Betreiber, der den eTrucker-Chip unterstützt. Dem System haben sich laut Angaben der Beteiligten bereits weitere Anbieter angeschlossen, darunter Milence, Depotcharge, Ionity, Mer und Smatrics. Das wachsende Netzwerk erhöht die praktische Reichweite des Chips für Speditionen, die grenzüberschreitend unterwegs sind.

Die Kooperation mit E.ON Drive Infrastructure markiert einen weiteren Schritt hin zu einem standardisierten Zugangsmodell für das Laden von elektrischen Lkw. Ob und wann weitere große Ladeinfrastruktur-Betreiber folgen, ist derzeit nicht bekannt.