Die Hoyer Group setzt in der Schweiz erstmals vier vollelektrische Lkw im regulären Transportbetrieb ein. Die Fahrzeuge werden für den Transport von Flüssiggütern genutzt und sind vollständig in die tägliche Tourenplanung des Logistikunternehmens integriert. Damit markiert der auf Flüssiggüter spezialisierte Logistiker einen weiteren Schritt hin zur Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte.
Bei mindestens einem der neuen E-Lkw handelt es sich laut Unternehmensangaben vermutlich um ein Modell des Typs MAN eTGX. Genaue Angaben zu Herstellern und Modellen macht die Hoyer Group offiziell nicht. Die Fahrzeuge werden nach Schichtende am Standort geladen – mit Ladestationen des Herstellers Kempower, wie das Unternehmen mitteilt.
Intelligentes Ladesystem optimiert den E-Lkw-Betrieb
Für das Energiemanagement setzt Hoyer auf ein intelligentes Ladesystem, das die Energiezufuhr an die geplanten Einsätze des Folgetages anpasst. So soll sichergestellt werden, dass die elektrischen Lkw stets optimal geladen in den nächsten Betriebstag starten. Das System berücksichtigt dabei die individuelle Tourenplanung jedes Fahrzeugs.
Laut Unternehmensangaben senkt der Einsatz vollelektrischer Fahrzeuge den Energieverbrauch im Vergleich zu konventionellen Dieselantrieben um etwa zwei Drittel. „Diese Effizienzgewinne sind ein zentraler Bestandteil unserer Ambitionen, reduzieren gleichzeitig Emissionen und tragen damit konsequent zur langfristigen Dekarbonisierung unserer Transportlösungen bei", wird Thies Grage, Director SHEQS bei Hoyer, zitiert. Nach kurzer Einsatzzeit in der Schweiz habe sich die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge im Bereich Flüssiggase bereits bestätigt.
Alternative Antriebe als Teil einer breiten Nachhaltigkeitsstrategie
Die Elektrifizierung der Schweizer Flotte ist Teil einer umfassenderen Strategie: Hoyer setzt in verschiedenen Ländern bereits auf alternative Antriebe, darunter LNG- und CNG-Fahrzeuge sowie einen Lkw mit Brennstoffzelle. Im Bereich Warehousing kommen zudem elektrische Flurförderzeuge zum Einsatz. Für Österreich plant das Unternehmen den Einsatz weiterer elektrischer Gabelstapler im dritten Quartal 2026, im Rahmen eines neuen Logistikauftrags.
Strategisch ist Hoyer zudem seit rund drei Jahren mit 25,1 Prozent an Paul Nutzfahrzeuge beteiligt – einem Hersteller, der unter anderem Brennstoffzellen-Lkw und batterie-elektrische Spezial-Trucks produziert und umbaut. Die Beteiligung unterstreicht das langfristige Interesse des Unternehmens an alternativen Antriebstechnologien jenseits des klassischen Diesels.
Elektro-Lkw für Flüssiggüter: ein anspruchsvolles Einsatzfeld
Der Transport von Flüssiggütern gilt als technisch besonders anspruchsvoll, da Tankfahrzeuge spezifische Anforderungen an Gewicht, Reichweite und Zuverlässigkeit stellen. Dass elektrische Lkw in diesem Segment bereits im Regelbetrieb funktionieren, ist branchenweit noch vergleichsweise selten. Hoyer sieht den erfolgreichen Einsatz in der Schweiz als Beleg dafür, dass die Technologie praxistauglich ist.
Wie sich die Elektro-Lkw-Flotte von Hoyer langfristig entwickelt und ob weitere Standorte in anderen Ländern folgen, ließ das Unternehmen bislang offen. Die Erfahrungen aus dem Schweizer Betrieb dürften dabei eine wichtige Grundlage für künftige Entscheidungen bilden.