Der Ladeinfrastrukturbetreiber Engie Vianeo plant den Bau von vier neuen Lkw-Ladeparks in Deutschland. Die Standorte entstehen in Kooperation mit den Autohofbetreibern 24-Autohöfe und Euro-Rastpark und sollen Elektro-Lkw entlang zentraler Autobahnkorridore mit Ladekapazitäten versorgen. Die ersten Anlagen sollen bereits ab Januar 2027 in Betrieb gehen.
Engie Vianeo ist nach eigenen Angaben seit Juli 2025 auf dem deutschen Markt aktiv. Die vier angekündigten Ladeparks sind Teil eines größeren Vorhabens: Bis 2030 will das Unternehmen europaweit 25.000 Ladepunkte errichten, davon 1.000 speziell für schwere Elektro-Nutzfahrzeuge.
Elektro-Lkw-Ladeinfrastruktur an der A7: Homberg und Gramschatzer Wald
An den zwei 24-Autohöfen entlang der A7 entstehen insgesamt sechs 400-Kilowatt-Ladepunkte sowie zwei MCS-Lader mit je 1.000 Kilowatt. Das Megawatt Charging System ermöglicht deutlich kürzere Ladezeiten für schwere Nutzfahrzeuge im Vergleich zu herkömmlichen Ladesystemen. Beide Standorte sollen im Frühjahr 2027 den Betrieb aufnehmen.
Am 24-Autohof Homberg (Efze) — einem Standort an der A7 bei Kassel — sind drei 400-Kilowatt-Ladepunkte und ein MCS-Lader geplant. Am 24-Shell Autohof Gramschatzer Wald bei Würzburg sollen vier 400-Kilowatt-Ladepunkte und ein weiterer MCS-Lader folgen. Die A7 gilt als eine der bedeutendsten Nord-Süd-Verbindungen im deutschen Güterverkehr und ist laut Unternehmensangaben Teil des Skandinavisch-Mediterranen TEN-T-Korridors.
Lkw-Ladeparks an A2 und A9: Euro-Rastpark als zweiter Partner
Als zweiten Kooperationspartner nennt Engie Vianeo den Autohofbetreiber Euro-Rastpark. An dessen Standorten in Lippetal/Hamm an der A2 sowie in Pfaffenhofen/Schweitenkirchen an der A9 entstehen weitere Ladeparks für elektrische Lkw. Beide Lagen sind verkehrsstrategisch relevant: Die A2 verbindet das Ruhrgebiet mit Berlin, die A9 führt zwischen München und Ingolstadt durch Bayern.
Am Euro-Rastpark Lippetal/Hamm plant Engie Vianeo bis Juli 2027 sechs Ladepunkte mit 400 Kilowatt sowie zwei MCS-Lader mit 1.000 Kilowatt. Der Standort verfügt laut Unternehmensangaben über mehr als 215 Lkw-Stellplätze. Am Euro-Rastpark Pfaffenhofen/Schweitenkirchen, der täglich rund 13.500 Lkw verzeichnet, sollen bereits ab Januar 2027 sechs 400-Kilowatt-Ladepunkte in Betrieb gehen.
Elektro-Lkw-Ladestation: Lückenlose Abdeckung als strategisches Ziel
Die vier Ladeparks sind Teil eines breiteren Portfolios: Engie Vianeo entwickelt derzeit rund 50 Standorte in Deutschland mit Ladeinfrastruktur speziell für Nutzfahrzeuge, darunter ein Großprojekt mit dem Seehafen Kiel sowie ein Mandat der Autobahn GmbH für das vom Bund geförderte Lkw-Schnellladenetz. Die vier nun angekündigten Standorte sind davon unabhängig.
Mit der Kombination aus Hochleistungsladern und MCS-Technologie zielt das Unternehmen auf die spezifischen Anforderungen des elektrischen Schwerlastverkehrs ab. Ob und in welchem Tempo die Nachfrage nach Elektro-Lkw-Ladestationen entlang dieser Korridore wächst, wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell Speditionen ihre Flotten auf Elektroantrieb umstellen.