Elektro-Lkw: Rhenus baut E-Flotte in Polen auf 33 Fahrzeuge aus

Rhenus erweitert seine Elektro-Lkw-Flotte in Polen auf 33 E-Transporter – für die letzte Meile in Städten und als Antwort auf Nachhaltigkeitsanforderungen.

Der Logistikdienstleister Rhenus hat seine Elektroflotte in Polen um neun Fahrzeuge erweitert. Insgesamt verfügt das Unternehmen dort nun über 33 elektrische Transporter, die vor allem für Zustellungen auf der letzten Meile in großen Ballungsräumen eingesetzt werden. Der Ausbau ist eine direkte Reaktion auf veränderte Kundenanforderungen im Logistikmarkt.

Die neuen E-Transporter kommen laut Unternehmensangaben insbesondere in Gebieten mit emissionsbedingten Zufahrtsbeschränkungen zum Einsatz. Das langfristige Ziel von Rhenus ist es, die entsprechenden Distributionsaktivitäten in Polen vollständig auf elektrische Transportlösungen umzustellen. Welche Hersteller oder Modelle konkret genutzt werden, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.

Elektrofahrzeuge als Kriterium bei Logistik-Ausschreibungen

Rhenus begründet den Ausbau seiner Elektroflotte mit einem strukturellen Wandel auf der Nachfrageseite: Nachhaltigkeitskriterien und der Einsatz von Elektrofahrzeugen spielen bei Logistikausschreibungen eine zunehmend wichtige Rolle. Auftraggeber formulieren entsprechende Anforderungen inzwischen als verbindliche Bestandteile von Vergabeverfahren. Das Unternehmen reagiert damit auf einen Markttrend, der über einzelne Projekte hinausgeht.

Rhenus schließt weiteres Flottenwachstum nicht aus. Ähnliche Projekte könnten auch in anderen Regionen umgesetzt werden, abhängig von den spezifischen Bedürfnissen der jeweiligen Kunden. Ein konkretes Mengenziel für die Gesamtflotte nennt das Unternehmen bislang nicht.

Strategie: Batterie auf der letzten Meile, Wasserstoff auf der Langstrecke

Der Ausbau in Polen ist Teil einer breiteren Strategie, mit der Rhenus verschiedene emissionsarme Antriebslösungen erprobt. Im urbanen Lieferverkehr setzt das Unternehmen auf batterieelektrische Fahrzeuge – also auf Elektro-Lkw und Elektrotransporter für die letzte Meile. Für den Schwerlast- und Fernverkehr verfolgt Rhenus einen anderen Ansatz.

Am Standort Duisburg ist seit Anfang 2026 ein Mercedes-Benz GenH2 Truck im regulären Logistikbetrieb im Einsatz. Der auf ein Jahr angelegte Test mit dem Wasserstoff-Lkw umfasst regionale Touren sowie Langstrecken von bis zu 650 Kilometern. Das Unternehmen sammelt damit parallel Erfahrungen mit Batterie- und Wasserstoffantrieb im Fernverkehr – zwei Technologien, die sich in ihrer Einsatzlogik deutlich unterscheiden.

Die Kombination aus batterie­elektrischen Lieferfahrzeugen in der Stadt und wasserstoffbetriebenen Lkw auf der Langstrecke spiegelt wider, wie Logistikunternehmen derzeit auf die technologische Offenheit im Markt für elektrische Lkw reagieren: ohne frühzeitige Festlegung auf eine einzige Lösung, aber mit klarem Bekenntnis zur Reduktion von Emissionen im Transportbetrieb.