Elektro-Lkw: Pflaum übernimmt 30 eActros 600

Spedition Pflaum integriert 30 Mercedes-Benz eActros 600 Elektro-Lkw in ihre Flotte – eine der größten Investitionen der Unternehmensgeschichte mit Ziel 2030.

Die Spedition Pflaum hat 30 neue Elektro-Lkw des Typs Mercedes-Benz eActros 600 in ihre Flotte integriert und damit den batterieelektrischen Anteil ihres Fuhrparks erheblich ausgebaut. Laut Unternehmensangaben handelt es sich um eine der größten Einzelinvestitionen in der Geschichte des Unternehmens. Die Fahrzeuge sollen schrittweise in den laufenden Betrieb eingebunden werden.

Bislang spielten rein batterieelektrische Fahrzeuge bei Pflaum kaum eine Rolle: Sie machten lediglich rund ein Prozent des Fuhrparks aus. Der weitaus größte Teil der bereits auf alternative Antriebe umgestellten Flotte setzt auf HVO100, Bio-LNG und Bio-CNG. Mit der Einführung der 30 E-Lkw gewinnt die Elektrifizierung nun deutlich an Gewicht.

Elektro-Lkw mit bis zu 550 Kilometern Reichweite

Der Mercedes-Benz eActros 600 ist ein Fernverkehrsmodell mit einer Reichweite von bis zu 550 Kilometern, wie Pflaum mitteilt. Geladen werden die Fahrzeuge nach Unternehmensangaben nahezu vollständig mit erneuerbaren Energien. Damit positioniert sich das Unternehmen klar im Bereich lokal emissionsfreier Transportlösungen.

Relevant für den Einsatz im Fernverkehr sind neben der Elektro-Lkw-Reichweite auch Ladezeiten und die verfügbare Ladeinfrastruktur. Mit 30 Fahrzeugen geht Pflaum deutlich über einen Pilotbetrieb hinaus – damit werden diese Faktoren auch für die konkrete Tourenplanung zunehmend entscheidend. Details zu den geplanten Strecken oder zur benötigten Ladeinfrastruktur nennt das Unternehmen bislang nicht.

Ziel: drei Viertel der Flotte mit alternativen Antrieben bis 2030

Das strategische Ziel ist klar definiert: Bis 2030 soll laut Pflaum ein Anteil von drei Vierteln der gesamten Flotte mit alternativen Antrieben oder Kraftstoffen betrieben werden. Die neuen batterieelektrischen Fahrzeuge sind dabei ein wesentlicher Baustein dieser Strategie. Rund 60 Prozent der Flotte werden nach eigenen Angaben bereits heute mit alternativen Lösungen bewegt.

Das Unternehmen betont zudem, dass die neuen eActros-600-Modelle nicht von den Batterieproblemen älterer Modelle betroffen sind. Ein Ende Juli bekannt gewordener Rückruf bei Daimler Truck bezieht sich auf ältere Baureihen mit AGM-Batterie – nicht auf den eActros 600.

Fahrkomfort als Argument gegen Vorbehalte

Neben den Emissionszielen hebt Pflaum den gesteigerten Fahrkomfort der Elektro-Lkw hervor. Das Unternehmen sieht darin ein wirksames Mittel, um Vorbehalte bei Fahrerinnen und Fahrern gegenüber elektrischen Lastwagen abzubauen. Wer einmal elektrisch gefahren sei, wolle selten zurück zum Verbrenner, zitiert das Unternehmen einen eigenen Mitarbeiter.

Mit dieser Investition setzt Pflaum ein deutliches Signal in Richtung Flottenelektrifizierung im Schwerlastverkehr. Wie schnell der E-Anteil der Gesamtflotte dadurch steigt, lässt sich mangels Angaben zur Flottengröße derzeit nicht beziffern.