Lkw-Ladeparks: Engie Vianeo baut vier neue Standorte

Engie Vianeo baut vier neue Lkw-Ladeparks in Deutschland – mit MCS-Technik an A7, A2 und A9. Inbetriebnahme ab Januar 2027 geplant.

Engie Vianeo plant den Bau von vier neuen Lkw-Ladeparks in Deutschland. Die Anlagen entstehen an Standorten der Autohofbetreiber 24-Autohöfe und Euro-Rastpark entlang der Autobahnen A7, A2 und A9. Die Inbetriebnahme ist für Anfang bis Mitte 2027 vorgesehen.

Die vier Standorte verteilen sich auf zentrale Logistikkorridore: Zwei befinden sich an der A7 – bei Homberg (Efze) und am Gramschatzer Wald nahe Würzburg. Die beiden weiteren liegen an der A2 bei Lippetal/Hamm sowie an der A9 bei Pfaffenhofen/Schweitenkirchen zwischen Ingolstadt und München. Alle vier Anlagen sollen neben Ladesäulen mit 400 Kilowatt Leistung auch das Megawatt Charging System (MCS) mit bis zu 1.000 Kilowatt unterstützen – eine Technologie, die speziell für den Schwerlastverkehr entwickelt wurde.

Elektro-Lkw-Infrastruktur an wichtigen Verkehrsachsen

Die Standortauswahl folgt einer klaren Logik: Alle vier Lkw-Ladeparks liegen an stark frequentierten Verkehrsachsen des deutschen und europäischen Güterverkehrs. Die A7 gilt als eine der bedeutendsten Nord-Süd-Verbindungen in Deutschland und ist Teil des Skandinavisch-Mediterranen TEN-T-Korridors. Die A2 verbindet das Ruhrgebiet mit Berlin, die A9 erschließt den süddeutschen Wirtschaftsraum. Für Betreiber von elektrischen Lkw entstehen damit Lademöglichkeiten genau dort, wo die Nachfrage am größten ist.

Die Kooperationen mit 24-Autohöfe und Euro-Rastpark sind laut Unternehmensangaben Teil einer bewussten Partnerstrategie. Autohöfe bieten nicht nur Fläche und Infrastrukturanschluss, sondern auch bestehende Logistikkompetenz und eine hohe Lkw-Frequenz. Am Standort Pfaffenhofen/Schweitenkirchen etwa verzeichnet der Euro Rastpark nach eigenen Angaben täglich rund 13.500 Lkw – eine Größenordnung, die den Bedarf an leistungsfähiger Ladeinfrastruktur für elektrische Lastwagen unmittelbar unterstreicht.

MCS-Laden und 25.000 Ladepunkte bis 2030

Mit den vier neuen Lkw-Ladeparks treibt Engie Vianeo sein europäisches Ausbauziel voran. Das Unternehmen strebt an, bis 2030 insgesamt 25.000 Ladepunkte in Europa zu errichten – davon 1.000 dediziert für schwere Elektro-Nutzfahrzeuge. Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle: Engie Vianeo ist seit Juli 2025 auf dem deutschen Markt aktiv und entwickelt laut eigenen Angaben derzeit rund 50 Standorte mit Ladeinfrastruktur speziell für Nutzfahrzeuge.

Die vier nun angekündigten Ladeparks sind von diesem bestehenden Portfolio unabhängig. Sie ergänzen ein wachsendes Netz an Elektro-Lkw-Ladestationen entlang überregionaler Güterverkehrskorridore. Für Flottenbetreiber, die auf E-Lkw umstellen, bedeutet das eine schrittweise Schließung von Ladelücken auf zentralen Autobahnstrecken.

Zeitplan: Erste Ladepunkte ab Januar 2027

Den frühesten Starttermin hat der Standort Pfaffenhofen/Schweitenkirchen: Dort sollen sechs Ladepunkte mit je 400 Kilowatt bereits ab Januar 2027 in Betrieb gehen. Am 24-Autohof Homberg (Efze) sind drei 400-Kilowatt-Ladepunkte sowie ein MCS-Lader für Frühjahr 2027 geplant. Der 24-Shell Autohof Gramschatzer Wald folgt ebenfalls in der ersten Jahreshälfte 2027 mit vier 400-Kilowatt-Ladepunkten und einem MCS-Anschluss. Der Standort Lippetal/Hamm soll bis Juli 2027 sechs 400-Kilowatt-Ladepunkte und zwei MCS-Lader umfassen.

Engie Vianeo übernimmt bei allen vier Projekten das vollständige Betreibermodell – von Investition und Bau bis zum laufenden Betrieb. Die Lkw-Ladestation-Infrastruktur soll langfristig ein flächendeckendes Netz entlang der zentralen europäischen Logistikkorridore bilden.