Seit dem Frühjahr 2026 transportiert Gruber Logistics Komponenten für den Ladesäulen-Hersteller Alpitronic mit einem Scania E-Lkw – mehrmals täglich auf der rund 20 Kilometer langen Pendelstrecke zwischen Auer und Bozen in Südtirol. Die Kooperation markiert einen konkreten Schritt zur Dekarbonisierung der Lieferkette des europäischen Schnellladestations-Spezialisten.
Zum Einsatz kommt ein Scania P230 B6x2*4NB, den der schwedische Nutzfahrzeughersteller bereits 2020 als Lösung für den Regionalverkehr vorgestellt hat. Der elektrische Lkw erreicht laut Unternehmensangaben eine Reichweite von 250 Kilometern und eignet sich damit für wiederkehrende Kurzstreckenverkehre, wie sie auf dieser Südtiroler Route anfallen.
Scania E-Lkw im Regionalverkehr: Gegenseitige technologische Aufrüstung
Die Partnerschaft geht über den reinen Transportauftrag hinaus. Gruber Logistics hat an seinen Standorten Ladeplätze mit Alpitronic-Technologie errichtet. Im Gegenzug profitiert Alpitronic von den elektrifizierten Zulieferfahrten für die eigene Produktion. Beide Südtiroler Unternehmen verbinden damit ihre jeweilige Kernkompetenz – Logistik und Ladeinfrastruktur – zu einem geschlossenen Kreislauf.
Darüber hinaus arbeiten Gruber Logistics und Alpitronic gemeinsam am europäischen FLEXMCS-Projekt, das auf die Entwicklung einer Megawatt-Ladeinfrastruktur abzielt. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen besteht bereits seit längerer Zeit und weitet sich damit auf ein weiteres technologisches Feld aus.
Elektro-Lkw-Flotte: Gruber setzt früh auf Elektroantrieb
Gruber Logistics gehört zu den Logistikunternehmen, die vergleichsweise früh auf elektrische Lkw gesetzt haben. Bereits seit längerer Zeit fahren elektrische 26-Tonner im regionalen Verteilerverkehr für das Südtiroler Unternehmen. Anfang 2023 orderte Gruber Logistics zudem 50 elektrische 40-Tonner bei verschiedenen Herstellern, die bis 2025 in die Flotte eingegliedert werden sollten.
Das Unternehmen ist außerdem als Partner für die Elektrifizierung der Inbound-Logistik von Daimler Truck tätig – ein Hinweis darauf, dass die Erfahrung mit elektrischen Lkw im Regionalverkehr auch für andere Industriekunden nutzbar gemacht wird.
Reichweite und Einsatzgebiet: Wo E-Lkw heute funktionieren
Das Beispiel der Strecke Auer–Bozen zeigt, unter welchen Bedingungen Elektro-Lkw im Güterverkehr heute wirtschaftlich sinnvoll einsetzbar sind: kurze, planbare Distanzen mit hoher Umschlaghäufigkeit. Mit einer Reichweite von 250 Kilometern deckt der Scania E-Lkw solche Pendelverkehre problemlos ab, ohne dass Reichweitenengpässe entstehen.
Die Ladeinfrastruktur an den Gruber-Standorten, ausgestattet mit Alpitronic-Technologie, sichert den laufenden Betrieb der elektrischen Lkw-Flotte ab. Dass ein Ladeinfrastruktur-Hersteller und ein Logistikdienstleister ihre Zusammenarbeit auf diese Weise verzahnen, gilt in der Branche als Modell für eine praxisnahe Umsetzung von Elektromobilität in der Lieferkette.