Der Stadtrat von Zürich hat den Verkehrsbetrieben VBZ grünes Licht für die Beschaffung von 20 neuen Elektrobussen gegeben und dafür rund 17 Millionen Franken bewilligt. Die Fahrzeuge sollen ab Mitte 2027 im Stadtverkehr eingesetzt werden. Erstmals greift die VBZ dabei auf einen chinesischen Hersteller zurück: Yutong liefert acht Standardbusse, Daimler Buses zwölf Gelenkbusse.
Der Entscheid markiert einen klaren Bruch mit der bisherigen Lieferantenbasis der Zürcher Verkehrsbetriebe. Bisher hatte die VBZ Elektrobusse bei den Herstellern Hess und MAN bezogen – doch beide Anbieter haben sich als problematisch erwiesen. Die Fahrzeuge kämpften mit Mängeln bei Heizung, Lüftung und Türen, hinzu kamen Lieferverzögerungen. Obwohl aus früheren Verträgen noch Optionen für Nachbestellungen bestanden, entschied sich die VBZ gegen eine Nutzung dieser Möglichkeit.
Daimler Buses und Yutong liefern neue Elektrobusse
Die Bestellung setzt sich konkret aus acht elektrischen Standardbussen von Yutong sowie zwölf elektrischen Gelenkbussen von Daimler Buses zusammen. Für den städtischen Busverkehr in Zürich bedeutet das eine deutliche Diversifizierung: Yutong ist als chinesischer Hersteller ein Neuzugang im Portfolio der VBZ, während Daimler Buses mit seiner Erfahrung im Segment der Elektrobusse ein etablierter europäischer Partner ist. Daimler Truck, der Mutterkonzern von Daimler Buses, zählt auch im Bereich Elektro-Lkw zu den führenden Anbietern auf dem europäischen Markt.
Neben dem Grundauftrag wurden laut Stadtratsbeschluss auch Optionen vereinbart, die es der VBZ ermöglichen, die E-Bus-Flotte zu einem späteren Zeitpunkt mit weiteren Fahrzeugen dieser Anbieter zu erweitern. Damit sichert sich Zürich Flexibilität für den weiteren Ausbau seines elektrischen Nahverkehrs.
Hintergrund: Mängel bei bisherigen E-Bussen erzwingen Neuausrichtung
Die Entscheidung zur Neubeschaffung ist das Ergebnis anhaltender Probleme mit der bestehenden Elektrobusflotte. Sowohl die Busse von MAN als auch jene von Hess blieben hinter den Erwartungen zurück – technische Defizite bei der Klimatisierung und den Türsystemen sowie verspätete Lieferungen belasteten den Betrieb. Die VBZ stufte die Fahrzeuge schließlich als mangelhaft ein.
Dieser Schritt ist bemerkenswert, weil er zeigt, dass auch öffentliche Nahverkehrsbetriebe zunehmend bereit sind, ihre Beschaffungsstrategie grundlegend zu überdenken, wenn etablierte Lieferanten nicht liefern. Die Öffnung gegenüber einem chinesischen Hersteller wie Yutong spiegelt dabei einen breiteren Trend wider, der auch in anderen europäischen Städten zu beobachten ist.
17 Millionen Franken für die Elektromobilität im Zürcher ÖPNV
Die Gesamtkosten für die 20 neuen Elektrobusse belaufen sich auf rund 17 Millionen Franken. Die Mittel wurden vom Stadtrat formell bewilligt, womit der Beschaffungsprozess offiziell eingeleitet ist. Die neuen Fahrzeuge sollen ab Mitte 2027 regulär im Linienbetrieb eingesetzt werden.
Für die Zürcher Verkehrsbetriebe bedeutet die Entscheidung nicht nur eine technische Erneuerung, sondern auch einen strategischen Neustart im Bereich der elektrischen Mobilität. Mit zwei Lieferanten – einem europäischen und einem asiatischen – verteilt die VBZ künftig das Risiko auf mehrere Schultern und schafft sich gleichzeitig mehr Verhandlungsspielraum für künftige Beschaffungsrunden.